Mittwoch, 24. September 2008

ich schäme mich fast...

OK, ich sehe ein, dass ich noch fauler bin als ich selbst dachte. Mittlerweile sind es 1,5 Monate seit meinem letzten Eintrag. Und einige haben sich völlig zu recht beschwert. Ich werde jetzt versuchen die letzten 6 Wochen so gut wie möglich zusammenzufassen:
WIe in meinem letzten Eintrag angekündigt sind wir mit 8 Leuten nach Namibia gefahren. Wir hatten nur knapp eine Woche Zeit und zwei alte VW Käfer. Der eine, Freddies und meiner, bekam schon nach kurzer ZEit den Namen Scotty. Den zweiten Käfer den wir für den Trip angemietet hatten wurde Dolores genannt.
Das Team war international besetzt: Charleen, Sophie und Thibaud aus Frankreich, Aideen aus Irland, Ashlee aus Australien und Melanie, Freddyund ich aus Deutschland.
Am ersten Tag haben wir es bereits bis Springbok, eine Stadt weit im Norden von Südafrika, geschafft. Am nächsen Tag wurde dann die Grenze nach Namibia überquert. Wir hatten vor in die Wüste zu den heißen Quellen nach Ai-Ais zu fahren. Nach 30 Kilometern auf namibischer Autobahn mussten wir dann links auf Schotterpiste abbiegen. Aber auch dort kamen wir ganz gut voran. Bis wir dann eine Pause machten. Danach konnte DOlores nicht mehr starten. Durch gezieltes Anschieben bekamen wir den Wagen aber wieder ans Laufen und setzten unsere Fahrt fort. Nach weiteren 2 Stunden Fahrt kamen wir in die Nähe von AI-Ais. Dort stand an der Straßenseite ein alter Mann in einem kleinen Haus und zeigte auf ein kleines Pappschild. Darauf stand sinngemäß, dass Ai-Ais wegen Bauarbeiten geschlossen ist und man leider irgendwo anders übernachten soll.
Das Problem war nur, dass wir uns mitten in der Wüste befanden. Da findet man nicht so mal eben ein Hotel. Wir wollten aber einfach nicht zurückfahren und setzten unsere Fahrt fort. Wenn man es schonmal in die namibische Wüste geschafft hat, sollte man auch den berühmten Fishriver Canyon sehen! Also weiter. DOch schon bald breitete sich im anderen Auto Panik aus, man würde bald ohne Benzin dastehen. Ich war mir sicher dass wir noch genügend hatten. Aber egal, zuerst galt es eine Tankstelle zu finden. Was auch unter Berücksichtigung der Umstände relativ schnell gelang. Und im Canon Roadhouse wurde ich auch schnell auf die deutsche Vergangenheit dieses Teils von Afrika aufmerksam gemacht. Denn nach diesem durchaus anstrengenden Trip kam ein junger Afrikaner der dort angestellt war auf mich zu und fragte mich in flüssigem Deutsch ob ich mein tshirt mit ihm tauschen wolle (ich hatte das mit dem Trabbi an). Ich habe es aber abgelehnt, weil seins wirklich häßlich war. DOrt bekamen wir aber etwas zu essen (z.B. Apfelstrudel) und auch Benzin. Im Roadhouse selbst konnten wir nicht übernachten, weil sie nicht mehr genug Plätze hatten. Also beschlossen wir schnell noch zum FIshriver Canyon zu fahren und dann die Wüste wieder zu verlassen (was sich als schwieriger herausstellte als gedacht...). AUf dem Weg haben wir noch einige Tierherden (Springboks, Straußen und Zebras) gesehen, die in der Abendsonne in Richtung Osten zogen. Der Canyon stellte sich als absolut umwerfend heraus: ich würde ihn direkt mit dem Grand Canyon in den USA vergleichen. der Unterschied ist nur, dass der Fishriver Canyon sich erstens in Namibia befindet und zweitens im Süden von Namibia mitten in der Wüste, wo erst recht keiner ist. Die Sonne ging unter und wir machten uns auf den Rückweg. WIeder einmal hatte Dolores Startschwierigkeiten, aber mittlerweile hatten wir darin Übung. ALs Problem stellte sich nur heraus, dass Dolores allem Anschein nach nicht nur ein Problem mit dem Anlasser, sonder mit dem gesamten elektrischen System hatte. DIe Scheinwerfer funktionierten jedenfalls auch nicht. Wir vereinbarten, dass Scotty vorfährt und "den Weg leuchtet". DIe beiden auf dem Rücksitz hatten die AUfgabe nach dem anderen Fahrzeug Auschau zu halten. Hätten die ein Problem konnten sie ja nicht selbstständig auf sich aufmerksam machen (ja, auch die Hupe bracht Strom und unsere Handies funktionierten in Namibia auch nicht). Dieses System funktionerte auch erstanlich gut, auch wenn es zuweilen schweirig war in der stockdunkelen Wüste ein Auto hinter uns zu erkennen. DOch dann war DOlores plötzlich weg.
Wir hielten natürloich sofort an und fuhren zurück. Die zweite Gruppe hatte angehalten. Der Rad rechts vorne machte laute Knackgeräusche beim drehen. Wir versuchten im Licht von Scotty's Scheinwerfern zu sehen, ob etwas kaptt war, oder ob sich wohlmöglich nur ein Stein festgesetzt hatte. Zu sehen war auf den ersten Blick nichts. Allerdings hörten wir auf der Straße aus der Ferne ein Auto kommen. ALs es näher kam sahen wir, dass es sich um einen Abentuerbus handelte, deren Mitfahrer wir schon am Fishriver Canyon getroffen hatten. SIe hielten an und fragten ob wir ein Problem hätten. Nach einem kurzen Gespräch bot der Fahrer an, unser zweites Team (das aus der kaputten DOlores) mitzunehmen. Gemacht getan. Damit waren wir wenigstens die weinerlichen Franzosen los. Jetzt waren wir noch zu viert in der Wüste mit zwei AUtos, eines davon kaputt. Ich wollte das Auto aber nicht einfach so stehenlassen und beschloss mir die Sache nochmal genau anzusehen. Und tatsächlich, nach ein wenig Klopfen und einer fachmännischen Analyse war das Knackgeräusch weg. Wir schoben Dolores wieder an und konnten sie starten. Ich fuhr nun in Dolores und Melanie in Scotty. Ansonsten waren noch Freddy und Ashlee da. Ich saß in DOlores und wartete auf die anderen, damit sie mich überholen und mir den Weg leuchten konnten. DOch schon nach 2 Minuten wurde SCotty wieder langsamer. Nachdem ich das Fenster runtergekurbelt hatte fragten mich Mel und Ashlee: UNd, ist Freddy bei dir? Und in diesem Moment kam Freddy von hinten angelaufen! Mel und Ash hatten Freddy gesagt er solle bei mir mirfahren. Davon wusste ich nur nichts und bin deshalb ohne ihn losgefahren... Zum Glück ist ihnen das noch früh genug aufgefallen.
Und so fuhren wir immer noch mit beiden Wagen durch die Wüste in Richtung Seeheim, wo ein Hotel auf uns warten sollte. Unser Glück sollte uns aber nur ca. 30 Kilometer hold sein. Dann setzt bei Dolores die Zündung aus, es gab mehr und mehr Zündfehler bis der Motor schliesslich nicht mehr lief. Nach kurzem Nachdenken haben wir dann den verstopften Luftfilter als Fehlerquelle identifiziert, ihn "gereinigt" und nach einem weiteren push-start mitsamt dem Auto nach Seeheim gefahren. Dort war die Freude über unsere Ankunft natürlich groß, besonders weil wir mit bieden Wagen ankamen.
Am nächsten Morgen machten wir uns nach Keitmanshoop auf. Dort wollten wir Dolores reparieren lassen. Schon bald waren wir von "Experten" umringt die uns helfen wollten. Irgendwann kam ein Mechaniker wie aus dem Film: alter Pickup-Truck, dreckige Kleidung und eine Fahne die man schon aus mehreren Metern ENtfernung roch! Aber er war der erste der das gebrochene Radlager (ja, das Radlager war kaputt, es war kein Stein der uns in der Wüste lahmgelegt hat :-)) entdeckt hat und auch bereit war es zu repartieren. Später fiel uns auch noch auf, dass Scotty einen seiner beiden AUspuffe verfloren hatte. Wahrscheinlich auch ein Tribut an die nächtliche Wüstenfahrt. Aber alles wurde in dieser "Werkstatt" repariert. AUf dem Weg dorthin hat in Dolores noch die Batterie Feuer gafangen, da einige der "Helfer" wohl doch nicht so viel Ahnung hatten, aber das hat mich im Anbetracht der sonstigen Umstände kaum gestört. Außerdem war es ja nur die Batterie.
Diesen Abend haben wir gefeiert (wer kann es uns verdenken....). Es wurde Fleisch für den Grill und viel Alkohol eingekauft und doie Party konnte beginnen. Zwischendurch war ich in der Bar vom "Schützenhaus" (so hieß unsere Unterkunft). Dort wurde auf den ältesten Knobelverien Namibias hingewiesen. Im Barraum hingen auch noch die Fahnen vom "Turnerverein "Gut Heil" Keitmanshoop" sowie dem Kriegerverein Keitmannshoop (Motto: Für Kaiser, Volk und Vaterland). Ja, man spürt die deutsche Vergangenheit. Und Jägermeister gab's auch.
Am Morgen darauf wurde ersteinmal ausgeschlafen. Dann machten wir uns langsam auf den Weg zurück in Richtugn Süden. WIr entschieden uns für einen langen Autofahrt-Tag und fuhren bis Springbock durch, wo wir im gleichen Haus übernachteten wie auf dem Hinweg.
AM nächsten Tag wollten wir uns die Blumenfelder ansehen, die man in der Flower Season in der Wüste sehen kann. Für ein paar Wochen im Frühling kann man dort eine vielfältiges Farbspektakel anstatt der sonst kargen Wüste bestaunen. Die örtliche Touristeninformation riet uns, weiter anch Süden zu fahren. Das kam uns entgegen, denn wir mussten den Highway sowieso runterfahren. DOch anch unserer ANkunft drei Stunden später sagte man uns, die Blumenfelder seien dieses Jahr weiter nördlich in Springbok - dort wo wir am Morgen losgefahren waren. WIr entschieden uns gegen eine Rückfahrt und suchten usn auf eigene Faust ein paar Blumenfelder, was auch erstunlich gut gelang.
Die Nacht verbrachten wir in dem beschulichen, aber unspektakulären Fischerdorf Lambert's Bay, wovon wir am nächsten Morgen zu einem Quadbike-Trip in die kleinste Wüste der Welt aufbrachen. Sowohl das Quadfahren alsauch die Wüste waren einfach unglaublich! Ich bin zwar mit meinem Quad von einer DÜne gefallen (ja, das fragt man sich wie man das wohl macht...) aber zum Erstaunen unseres Guides hatte ich mich nicht verletzt.
Der letzte Tag führte uns auf einer Küstenstraße zurück nach Kapstadt, wo wir auch Abends sicher ankamen.

So, das war Namibia.