Mittwoch, 26. November 2008

Belgrad und mazeonisches Beihilfenrecht

Belgrad ist toll!

Eigentlich koennte der Eintrag jetzt schon zuende sein, den der Satz stimmt absolut. Aber vielleicht sollte ich ein wenig erlaeutern: nach getaner Arbeit (GTZ ist immer noch super und alle sind total nett) habe ich mir meine Nachbarschaft genauer angesehen nd dabei festgestellt das ich wirklich ABSOLUT im Zentrum wohne. 4 Minuten zur zentralen Bushaltestelle (das hoert sich klein an, aber Belgrad hat ca. 1,6 Mio Einwohner), ebensoweit zu den Fussgaengerzonen sowie zu einigen Regierungsgebauden im Stil des 19./20. Jahrhunderts. Man kann sich Belgrad ungefaehr vorstellen wie Prag. Nur halt nicht so gut restauriert. Und weniger Touristen. Und vor wenigen Jahren von der NATO zerbombt. Aber davon sieht man nur noch wenig. Insgesamt ist Belgrad eine moderne Metropole. In den naechsten Tagen werde ich mal versuchen zeitig von der Arbeit zu verschwinden um zB die 50 ha grosse Burganlage inmitten der Altstadt zu besichtigen. Dafuer wuensche ich mir dass das Wetter so herrlich beleibt wie jetzt! In den letzten Tagen hatten wir alles moegliche: Regen, Schnee (Falls jetzt der EIndruck entsteht ich wuerde hier im Schneechaos versinken, Duesseldorf war schlimmer...). Aber jetzt ist es wieder wunderschoen und ich freue mich auf die grosse Burg.
Habe mittlerweile sogar einen Supermarkt gefunden. Im Zentrum-Zentrum gibt es naemlich nur so mini Ecklaeden wo es zwar Nudeln aber keine Sauce gibt. Das hat sich gestern geaendert!
Bis zum meinem Besuch des "Gibraltars der Donau" (so wird Belgrad aber besonders die Burgeanlage Kalemegdan genannt) arbeite ich noch am Projekt weiter. Im Moment beschaeftige ich mich mit montenegrinischem, serbischen, albanischen, kroatischen, mazedonischen, bosnischem und kosovanischem (schreibt man das so?) Wettbewerbsrecht, Recht des oeffentlichem Auftragswesens sowie dem Beihilfenrecht. Es geht darum inwiefern diese Gebiete an europaeisches gemeinschaftsrecht angeglichen sind bzw. was noch gemact werden muss. Beim Kosovo ist das ganz einfach: die haben nix, also beginnt man damit die (gerade in Planung und teilweise schon im Vollzug befindliche) Verwaltung fuer die Thematik zu "sensibilisieren". Aber bevor sich die Regierung dort mit solchen Themen beschaeftigt wird wohl verstaendlicherweise noch einige Zeit vergehen. Die haben estamal anders zu tun. Solange beschaeftige ich mich mit der Implementierung von EU-Verordnungen in bosnisches Wettbewerbsrecht und ob die albanische Behoerde zur Kontrolle staatlicher Beihilfen auch effektiv genug arbeitet.

Nebenher plane ich noch einen Wocheendausflug nach Novi-Sad im Norden Serbiens. Soll eine wunerschoene Stadt sein und ist auch nicht allzuweit weg.

Bis dann!

Neuanfang

Auch wenn mir bewusst ist, dass ich durch die lange Vakanz viele (na gut, so viele Leser werden es wahrscheinlich nie gewesen sein) verprellt und endgueltig verloren habe, versuche in doch einen Neuanfang. Denn mittlerweile ist viel passiert:
1. Ich bin nicht mehr in Kapstadt
2. Ich war dann einige Tage in Dubai
3. Dann stand Deutschland mit den Stationen Krefeld und Trier auf dem Plan
4. Jetzt bin ich in Belgrad
(5. Auch wenn der Blogname jetzt strenggenommen falsch ist da die Nachrichten aus Belgrad kommen halte ich einen neuen Blog (newsfrombelgrade) fuer ueberfluessig)

Und hier geht's jetzt weiter:
Am Sonnag setzte ich mich in die Maschiene von JAT Airways und flog in Richtung Belgrad. Wobei fliegen zunaechst nicht der richtige Ausdruck war. Man mag es kaum glauben: an genau dem wahrschenlich statistisch gesehen einzigen Tag im Jahr wo es in Duesseldorf schneit muss ich fliegen. In meinem Fall bedeutete das eine Verspaetung von 4 Stunden. Die GTZ (da mache ich mein Praktikum) hatte eine Unterkunft fuer mich organisiert und auch fuer einen Transfer vom Flugahfen durch unseren Fahrer Vlada gesorgt. Als die Stunden Wartezeit jedoch verstrichen fragte ich mich jedoch, wie lange Vlada wohl warten wuerde. Und dann wurde mir auchnoch klar, das ich keine Ahnung hatte wo mein "Unterkunft" war (ich hatte noch nichteinmal eiine Adresse) geschweigedenn wie ich Schluessel dafuer bekommen wuerde.
Es trat das einfachste Szenario ein: Vlada war da und er wusste alles. Es ging also zu meinem Appartment (welches ich fuer mich ganz alleine habe). Am naechsten Morgen musst ich mich gleich in Schale schmeissen, denn die erste Konferenz stand auf dem Programm: es ging um die Verbesserung der serbischen Zwangsvollstreckung. Das Programm wurde von den Amerikaners begleitet. Ueberhaupt muss man sagen dass die verschiedenen Laender sich in Belgrad die Fuesse platttreten, zumindest was Rechtshilfe angeht. Aber gut, mir soll's Recht sein. Denn wo Amerikaner, da gutes Essen.
Morgens war ich noch von Vlada mit dem Auto abgeholt worden, meinen Rueckweg trat ich allerdings mit dem Bus an. Hoert sich einfach an. Ist es auch, wenn man die Umgebung seiner Wohnung schonmal bei tageslicht gesehen hat oder zumindest weiss wo sich die naechste Bushaltestelle befindet. War ein aufregendes Unternehmen: ich hatte naemlich imer noch keine Ahnung wo ich wohnte. Die Adresse hatte ich mir zwar aufgeschrieben aber natuerlichin der Wohnung gelassen. Ebenso Hausnummer. Ich konnte folglich nichteinmal Passanten um Hilfe bitten. Das einzige woran ich mich erinnerte war die Farbe und Form der Haustuer. Und so schaute ich mir Haustueren in der Belgrader Altstadt bei Nacht an. Auch ein Erfahrung. Nach einiger Zeit fand ich auch eine verheissungsvoll aussehende Tuer; es war sogar meine.
Erster Tag erfolgreich hinter mich gebracht.